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Familienbetriebe – Teil 1

19.08.2019 | Blog, Führung

Familien sind sensible Gefüge, besonders im Mittelstand auch Motor für Wachstum. In unserer zweiteiligen Analyse sind wir der Frage nachgegangen: „Was Familienbetriebe anders machen“. Lesen Sie, wie sich diese Unternehmen in Organisation, Führungsstil und Innovationskraft vom Rest abheben.

Die Strukturen in Familienbetrieben, der vorherrschende Führungsstil und seine Auswirkungen auf das jeweilige Unternehmen unterscheiden sich von anderen, konzerngeführten Unternehmen. Dabei ist die Spannbreite der Familienunternehmen breit gefächert, vom kleinen Floristen bis zum international ausgerichteten Großunternehmen.

Eines ist bei allen gleich, dass eine Familie die vorgegebene Richtung kontrolliert und Kapital investiert. Es sind ganz spezielle, oft emotional geprägte Dynamiken, die Familienbetriebe auszeichnen.

Stabilisierender Faktor für die Wirtschaft

Festzuhalten bleibt, dass ein Mix aus familiengeführten, mittelständischen Firmen und großen, internationalen Unternehmen für eine Volkswirtschaft stabilisierend wirkt. Dies gilt vor allem in wirtschaftlich stürmischen Zeiten. Die Gründe, warum Familienunternehmen sich auf das Zusammenleben in einer Gesellschaft positiv auswirken, sind vielfältig.

Zusammenhalt wirkt positiv

Besonders in Deutschland, mit seinem gewachsenen und ausgeprägten Mittelstand, lohnt ein genauer Blick darauf, wie sich Führungsstrukturen und -stile innerhalb eines Familienunternehmens von Großunternehmen unterscheiden. Immerhin ist der Mittelstand nach wie vor die maßgeblich treibende Kraft für Wachstum. Der Zusammenhalt einer Familie überträgt sich tatsächlich auf das Betriebsklima, wie jetzt eine Untersuchung der Universität Augsburg belegte.

Loyal auch in turbulenten Zeiten

Festgestellt wurde dabei, dass Familienunternehmen ihren Mitarbeitern in aller Regel gegenüber loyaler sind als Konzerne, was sich besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeigt. Die wissenschaftliche Untersuchung förderte zutage, dass in Familienbetrieben in aller Regel versucht wird, so lange wie möglich an den Beschäftigten festzuhalten.

In diesen Unternehmen gebe es häufig eine Stimmung der emotionalen Verbundenheit und außerdem nicht den sonst vorhandenen Einfluss von Aktionären; dazu trage auch der meist generationenübergreifend in die Zukunft gerichtete Fokus bei wirtschaftlichen Entscheidungen bei.

Pläne sind langfristig ausgerichtet

Während bei vielen Großkonzernen in schlechten Phasen schneller Entlassungen erfolgen, würde der typische Mittelständler eine solche Entscheidung nicht leichtfertig treffen. Dies, weil er sich meist bei der Personalsuche schwerer tue; aber auch weil für die Bilanz nicht ausschließlich die aktuelle Umsatzsituation, sondern stärker die Verfolgung eines längerfristigen Plans zähle. Katharine Wirsching – Akademische Rätin am Lehrstuhl für Unternehmensführung und Organisation – wurde für ihre Untersuchungen zur Rolle von Familienunternehmen und die Schärfung des Profils der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg 2019 mit dem Viermetz-Wissenschaftspreis ausgezeichnet.

Lesen Sie im zweiten Teil unserer Serie zur Rolle von Familienunternehmen, wie sich der Familieneinfluss auf das Unternehmensergebnis auswirkt, ob eigentümergeführte Betriebe innovativer arbeiten und wie die Übergabe in die nächste Generation gelingen kann.