Controlling im Wandel: Vom Datenlieferant zum Business Partner

Controlling im Wandel: Vom Datenlieferant zum Business Partner

03.11.2020 | Blog, Führung

Controller und Manager rücken näher zusammen. Das Controlling erlebt seit Jahren einen Wandel, ist vermehrt gefragt, die Unternehmensführung als Business Partner konkret und proaktiv zu unterstützen – weit über die bloße Lieferung von Zahlen hinaus. Wir haben die Entwicklung untersucht.
Die Funktion als interner Berater der Führungsriege wird immer relevanter, vor allem weil die Bedingungen des Marktes stetig agiler und volatiler werden. Controlling ist nicht zuletzt deshalb gefordert, dem Management mehr Unterstützung im strategischen Bereich zu geben und sich für eine gelungene serviceorientierte Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen starkzumachen.

Aktiv und agil handeln

Die Entwicklung geht immer mehr dahin, dass das Controlling davon abrückt, sich ausschließlich auf rein finanzielle Ergebnisse zu konzentrieren. Vielmehr ist strategisches Denken und Handeln eine Voraussetzung, um als Partner und Berater des Managements erfolgreich sein zu können.
Die Beteiligung an der Umsetzung einzelner Strategien nimmt als Business Partner zu. Etwa durch das Konzept Balanced Scorecard als ein Verbindungsglied zwischen Strategieentwicklung und -realisierung, das aus mehreren Perspektiven besteht und finanzielle und nicht finanzielle Kennzahlen kombiniert

Strategie mitentwickeln, bewerten und verantworten

Generell warten auf den Controller zukünftig bisher ungeahnte neue Aufgaben, die über das Sammeln und Bereitstellen von Daten und Fakten hinausreichen. Stattdessen geht es unter anderem darum, konkrete Maßnahmen anzustoßen und die Entwicklung strategischer Prozesse aktiv voranzutreiben. Proaktive Tätigkeiten erweitern im Konzept des Controllings als Business Partner den traditionellen Aufgabenbereich. Im besten Fall erfolgt die Beratung der Unternehmensleitung auf Augenhöhe, inklusive Mitverantwortung.

Was erwartet wird

Welche Kompetenzen muss ein Business Partner mitbringen? Was Führungskräfte vom Controlling erwarten, hat der Personaldienstleister Robert Half unlängst untersucht. Demnach erhofft sich das Management in erster Linie eine optimierte Unternehmensleistung, zügige Entscheidungsprozesse sowie effektives Risikomanagement. Fundiertes fachliches Know-how über die eigene Branche und das eigene Geschäftsmodell sowie tiefe Methodenkompetenz spielen der Studie zufolge eine zentrale Rolle, damit Controller die Funktion als Business Partner erfüllen können. Und auch individuelle soziale Kompetenzen, also Führungsqualitäten, sind gefordert.

Modernes Controlling ist ein serviceorientiertes

Controlling sollte, um erfolgreich und zukunftsfähig zu bleiben, vermehrt das Augenmerk darauf legen, seine strategischen Elemente zu nutzen und die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen zu suchen und diese zu stärken. Da Agilität der Schlüsselfaktor für Erfolg ist, wächst die Bedeutung des Controllers dabei, sein Unternehmen zu befähigen, trotz Schwankungen im Markt flexibel, aktiv und anpassungsfähig im Wettbewerb bestehen zu können. Die Rolle als Berater wird in diesem Zusammenhang allen Experten zufolge nochmals deutlich wichtiger werden, als sie es heute bereits ist.

Vorteile klar kommunizieren

Da die Aufwertung des Controllers zum Business Partner seine Machtfülle durchaus erhöht, kann es durchaus eine Herausforderung darstellen, die neue Rolle fürs eigene Unternehmen zu definieren und durchzusetzen. Nur so kann es gelingen, die Funktion als Business Partner auf Augenhöhe mit der Führungsebene adäquat auszufüllen. Um effektiv zu wirken, sollte Controlling daran arbeiten, im Unternehmen den Rahmen, eine Orientierung vorzugeben, damit flexible und selbst organisierende, erfolgreiche Teams entstehen. Um als Servicepartner zielorientiert arbeiten zu können, gehört auch, die Vorteile von frischen Prozessen und neuen Kooperationen den betroffenen Fachbereichen auch deutlich zu machen, diese klar zu kommunizieren.

Anforderungen intern definieren

Als Grundlage der Umsetzung des Konzepts gilt es zuallererst, unternehmensweit einen einheitlichen Maßstab dafür zu schaffen, was einen erfolgreichen Business Partner im Bereich des Controllings ausmacht und wie weit seine Kompetenzen reichen beziehungsweise wo die Grenze seiner Befugnisse liegt. Denn: Eine einheitliche wissenschaftliche Definition des Begriffs Business Partner gibt es nicht. Ein starker Consulting-Partner kann Sie dabei unterstützen, alle Interessengruppen in den Wandel einzubeziehen.

Fazit: Rolle des Controllings wird sich weiterhin verändern

Flexibel sein ist die Devise, um immer eine rasche Reaktionsfähigkeit sicherzustellen und zeitnah auf Spannungsfelder reagieren zu können. Umso agiler ein Unternehmen agiert, desto mehr wird das Controlling gefordert, eine Rolle als Business Partner einzunehmen und die Führungsetage effektiv und aktiv bei Entscheidungen zu unterstützen. Durch ein modernes Planungs- und Strategietool gelingt es übrigens generell, immer optimal zu controllen.